Fabienne Alge

Ein spannende Geschichte – Ein soziales Jahr in Belgien 2015/2016

Wie alles begann

Ein 19-jähriges Mädchen aus Österreich steht kurz vor dem Schulabschluss und überlegt sich, wie ihr Leben nach der Schule aussehen soll. Da sie noch nicht sicher ist, wohin die Reise geht, beschließt sie ein soziales Jahr im Ausland zu absolvieren. So sucht sie über das Internet nach passenden Projekten und bewirbt sich in verschiedenen Länder Europas. Unter ihnen befindet sich auch die Gemeindeschule Hauset. Als dann von dort eine Zusage kommt, überlegt sie nicht lange und nimmt das Angebot an.

 

Aller Anfang ist bekanntlich schwer

Neue Menschen, neue Umgebung, neue Aufgaben, neues Land, neues Zuhause ?!

Am 1.September 2015 beginnt dann für mich, Fabienne Alge, das Abenteuer. Alles ist neu und ungewohnt, aber die Neugier auf das was kommt steigert die Spannung ins Unermessliche. Überraschend schnell habe ich das Land und die Leute lieben gelernt. Inzwischen ist bereits ein halbes Jahr vergangen und Ostbelgien ist zu meiner zweiten Heimat geworden.

Fabienne_Brüssel

 

Ein Herz für Kinder – meine Arbeit im Kindergarten

Die Arbeit im Kindergarten Hauset macht mir sehr viel Freude. Schon der erste Eindruck war für mich überwältigend. Genau so stellt man sich als Kind seinen Traumkindergarten vor. Und ich habe das Glück, hier 10 Monate mit den Kindern und meinen KollegInnen arbeiten zu dürfen! Wir spielen, basteln, turnen, toben und haben viel Spaß miteinander! Jede Woche in einer anderen Kindergartengruppe mitzuarbeiten – und ab und zu sie sogar alleine zu betreuen – das ist das Größte für mich. Einen Nachmittag in der Woche darf ich mit den Kindern selber gestalten. Das war für mich anfangs, ohne jegliche Erfahrung, eine große Herausforderung. Das gibt mir aber die Möglichkeit, jedes einzelne Kind im Kindergarten kennenzulernen, was ich unglaublich schön finde. Die Kleinen sind mir schon sooooo ans Herz gewachsen! Nicht nur bei den täglichen Aktivitäten, sondern auch beim Turnen, am Waldtag oder bei Ausflügen, wie letztens in die Bäckerei Kockartz, darf ich meine KollegInnen unterstützen. Es ist spannend wie unterschiedlich die kleinen Persönlichkeiten schon sind. Dadurch ist kein Tag wie der andere und es gibt immer wieder Situationen, in denen die Kinder mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sie schaffen es natürlich manchmal aber auch meine Nerven ganz schön zu strapazieren. Auf jeden Fall liebe ich es, mich auf die Kinder einzulassen um mich mit ihnen zu beschäftigen. Selbst von so kleinen Geschöpfen kann ich noch viel lernen!

Quarkhasenteig

 

Kultur und Leben

Aber es ist ja nicht nur die Arbeit, die für mich vollkommen neu ist. Eigentlich wird das ganze Leben auf den Kopf gestellt. Jetzt heißt es Hotel Mama ist vorbei und der Alltag muss selbst organisiert werden. Wäsche waschen, einkaufen, Essen zubereiten, Umgebung erkunden – das alles muss in der Freizeit untergebracht werden. Da ist es nur logisch, dass ich mich auch auf die Wochenenden freue! Wenn kein besonderes Event in meinem neuen Heimatort Eupen stattfindet, wird man mich kaum zu Hause antreffen. Dann hält mich nichts mehr und ich mache mich auf den Weg, Belgiens schönste Plätze zu erkunden und zu bereisen. Denn man darf nicht vergessen, dafür bleiben mir nur 10 Monate ;). Aber seid stolz auf mich, bis zum heutigen Tag kenne ich Belgien bereits besser als mein Heimatland. Und es gibt einige Städte bzw. besondere Flecken hier, in die ich mich sofort verliebt habe!

KG_2

 

 

Was ist eigentlich EFD?

Erasmus+Logo

Fabienne_Kopfstand

 

EFD heißt Europäischer Freiwilligendienst, welcher Jugendlichen seit nun 20 Jahren die Möglichkeit gibt, innerhalb und außerhalb der EU an ausgewählten Projekten teilzunehmen. Es gibt Angebote in den verschiedensten Bereichen und die meisten Projekte dauern zwischen 9 und 12 Monate. Alle mit dem Programm verbundenen Kosten werden von der europäischen Kommission übernommen. Die EFD Projekte sind ein Teil des Erasmus+ Programmes der Europäischen Union für Jugend, Bildung und Sport. Diese Freiwilligenarbeit soll die Weiterentwicklung sozialer Kompetenzen, den Sinn für Solidarität und die aktive Teilnahme an der Gesellschaft fördern.

Wer darf teilnehmen?

Jugendliche aus der europäischen Union, die zwischen 17 und 30 Jahre alt sind, können sich über die Nationalagentur bewerben (http://www.jugendbuero.be/). Die Bildung bzw. Herkunft spielen dabei überhaupt keine Rolle!

 

Für mich ist dieses Freiwilligen Jahr etwas ganz Besonderes. Ich habe unglaublich viel Schönes in dieser Zeit erlebt, sowohl positive als auch negative Erfahrungen für mein zukünftiges Leben sammeln dürfen und vor allem die Erkenntnis gewonnen, das mir das Arbeiten mit Kindern wahnsinnig viel Freude bereitet. Noch vier Monate liegen vor mir und ich darf gar nicht an den Abschied denken, da ich weiß, dass dieser der schwerste Teil meines EFDs sein wird. Ich werde die Gemeindeschule Hauset mit samt ihren Kindern und meinen KollegInnen sehr vermissen, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich immer wieder auf einen Besuch in meine zweite Heimat zurückkehren werde. Ich kann nur jedem empfehlen sein gewohntes Leben einmal auf den Kopf zu stellen und etwas Neues zu wagen!

 

„Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.“

 

Quelle: jugendinfo.be; Jugend in Aktion – Österreichische Agentur